Ach Gott, wie manches Herzeleid (BWV 58)

1. CHORAL UND ARIE

Ach Gott, wie manches Herzeleid
Nur Geduld, Geduld, mein Herze,
Begegnet mir zu dieser Zeit!
Es ist eine böse Zeit!
Der schmale Weg ist Trübsals voll,
Doch der Gang zur Seligkeit
Den ich zum Himmel wandern soll.
Führt zur Freude nach dem Schmerze.
Nur Geduld, Geduld, mein Herze,
Es ist eine böse Zeit!

2. REZITATIV

Verfolgt dich gleich die arge Welt,
So hast du dennoch Gott zum Freunde,
Der wider diene Feinde
Dir stets den Rücken hält.
Und wenn der wütende Herodes
Das Urteil eines schmähen Todes
Gleich über unsern Heiland fällt,
So kommt ein Engel in der Nacht,
Der lässet Joseph träumen,
Daß er dem Würger soll entfliehen
Und nach Ägypten ziehen.
Gott hat ein Wort, das dich vertrauend macht.
Er spricht: Wenn Berg und Hügel niedersinken,
Wenn dich die Flut des Wassers will ertrinken,
So will ich dich doch nicht verlassen noch versäumen.

3. ARIE

Ich bin vergnügt in meinem Leiden,
Denn Gott ist meine Zuversicht.
Ich habe sichern Brief und Siegel,
Und dieses ist der feste Riegel,
Den bricht die Hölle selber nicht.

4. REZITATIV

Kann es die Welt nicht lassen,
Mich zu verfolgen und zu hassen,
So weist mir Gottes Hand
Ein andres Land.
Ach! könnt es heute noch geschehen,
Daß ich mein Eden möchte sehen!

5. CHORAL UND ARIE

Ich hab für mir ein schwere Reis
Nur getrost, getrost ihr Herzen,
Zu dir ins Himmels Paradeis,
Hier ist Angst, dort Herrlichkeit!
Da ist mein rechtes Vaterland,
Und die Freude jener Zeit
Daran du dien Blut hast gewandt.
Überwieget alle Schmerzen.
Nur getrost, getrost ihr Herzen,
Hier ist Angst, dort Herrlichkeit!